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21. Oktober: Das Bild der Krieger*innen


Lieber Mensch,
in der Bhagavad Gita, einem breiten Epos in Gedichtform, gibt es mehrere Gesänge, welche als Grundlehren der Yoga-Philosophie angesehen werden und welche du vielleicht schon einmal gehört hast. Ich gebe eine der Lehren in Kurzform wieder, wie sie mir erzählt wurde:
„Eine große, mächtige Familie mit Land und Gut ist bis aufs Blut zerstritten und die nächste große Schlacht um Rache und Macht steht bevor. Arjuna, der Sohn des einen Familienteils, welcher gut und stark ist, führt seine Mannen in den Krieg. Doch kurz bevor die Schlacht beginnt, zweifelt er, ob er siegreich sein wird und ob es das ganze Blutvergießen wert ist, gegen seine eigene Familie vorzugehen. Er ist kurz davor umzukehren und fragt seinen Vertrauensmann Krishna um Rat. Ohne, dass der Sohn es weiß, handelt es sich bei diesem um den Gott Vishnu, welcher als Avatar auf der Erde zu Besuch ist.
Und dieser führt ihm aus, dass diese Schlacht die Schlacht des Sohnes sei und dass es nun kein Zurück mehr gibt. Es gibt einen Punkt, an welchem man nicht umkehren könne. Das ganze Heer vertraue auf die Führung des Sohnes, seinen Mut und seine Stärke. Der Sohn wisse nicht, was vor ihm liege, aber sein ganzer Weg habe ihn hierher geführt. Und diese Situation fordere nun sein Handeln.
Der Sohn geht daraufhin in sich und stellt sich seinen Ängsten. Er nimmt seinen Mut zusammen, gewinnt den Krieg und befriedet den Streit zwischen den Familien.“
Zu dieser Geschichte kann viel diskutiert und analysiert werden. Die Botschaft, die ich aus ihr lese ist, dass man manche Aufgaben meistern muss, obwohl sie nicht angenehm sind. (Jedoch gibt es immer noch Aufgaben, die man sich nicht auferlegen muss. An dieser Stelle würde ich anfangen zu diskutieren, aber im Großen und Ganzen sehe ich, worauf die Geschichte hinaus will.)
Anders ausgedrückt gibt dieses Zitat von einem mir unbekanntem Autor die Aussage der Geschichte wieder: Heldentaten werden aus Mut gemacht. Und Mut bedeutet nicht, dass man gegen den Drachen kämpft, weil man keine Angst vor ihm hat. Sondern, dass man sich ihm stellt, obwohl man vor Angst schlottert.
Wofür steht das Bild der Krieger*innen in der heutigen Zeit?
Foto von Maria Faust

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