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05. August: Rhythmus ersetzt Kraft


Lieber Mensch,
vielleicht geht es dir auch so und alles wird gerade ein bisschen neu um dich herum. Ich persönlich habe viele Pläne für den August und baue mir gerade eine Routine für den Alltag auf. Damit setze ich einen Wunsch um, den ich schon lange verfolge.

Denn, obwohl ich für Spontanes sehr zu haben bin, ist ein Alltag etwas Wertvolles für mich, zu dem ich gerne zurückkehre. Dabei ist nicht nur der Mensch ein Gewohnheitstier: Die ganze Vielfalt der Natur ist durch wiederkehrende Muster und Strukturen geprägt, welche von der jährlichen Reise der Erde um die Sonne abgeleitet sind. Für jede Lebensform bedeutet Alltag Sicherheit durch Vorhersehbarkeit. Das ist manchmal vielleicht etwas langweilig, aber das geringere Stresslevel bereitet den Boden für Wachstum und Ausgeglichenheit. Dadurch wird ersichtlich, dass Rhythmus Kraft ersetzt. Denn die Wiederholung bringt den Rhythmus in die eigenen Handlungsmuster, sodass man über diese nicht mehr nachdenken muss und sich Themen widmen kann, die die eigene Entfaltung unterstützen.

Wenn man sich einen Alltag aufbauen möchte, stellt man jedoch fest, dass Tagesabläufe oft ein Kompromiss zwischen von Arbeit, Schule und Studium festgesetzten Zeiten und den eigenen Rhythmen sind. Ein Tag wird selten mit der Frage "Wie geht es mir?" gestartet, sondern mit der Anforderung "Was muss ich heute schaffen?". Schnell wird klar, dass unsere Gesellschaft nicht auf individuelle Morgenroutinen, ein ausgiebiges Frühstück und persönliche Schlafzeiten ausgelegt ist. Im Vordergrund steht erst einmal die Leistung, wobei die anderen Bedürfnisse, wie Essen, Schlafen, soziale Vernetzung, physische Auslebung, kreative Entfaltung, Ruhe und Zeit zur persönlichen Weiterentwicklung, in die noch offenen Lücken im Tag gequetscht werden bis er zu platzen droht.

Ich wünsche dir, dass du eine gesunde Balance zwischen äußeren Anforderungen und Erwartungen und deinen eigenen Visionen und Möglichkeiten findest. Ich weiß, dass es nicht leicht ist, Zeit für sich selbst zu finden, wenn der Alltag dich mitreißt. Es fühlt sich immer ein bisschen wie Untergehen an, wenn viele Aufgaben gleichzeitig auf dich einprasseln. Deshalb lass dir Zeit: Neue Gewohnheiten einzubauen, dauert mindestens drei Wochen. Diese nachhaltig zu etablieren bis sie nicht mehr wegzudenken sind, nimmt auch mal ein halbes Jahr ein.

Fange jeden Tag bei dir an. Mit Ruhe und Aufmerksamkeit findest du sehr genau heraus, was dir gut tut. Dieses Wissen wird langsam zum Ausgangspunkt deiner Entscheidungen und deiner Kompromissbereitschaft werden. Probiere aus und beobachte. Dein Leben wird deinem Fokus folgen.

In der heutigen Yoga-Stunde verlieben wir uns in die Wiederholung.

Foto von Fine Faust


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